verwehte-spuren
  Stadtlohn
 
Massengrab:


Dieses Massengrab, in dem 355 Opfer beigesetzt wurden befindet sich auf dem Friedhof am Friedhofsweg in Stadtlohn Postleitzahl 48703. Die Opfer haben ihr Leben bei den alliierten Bombardementen auf Statdlohn am 11., 21. bis 25. März 1945 verloren.


Auf dem Grabstein steht folgendes:

IN DEN TAGEN VOM 11., 21., BIS 25.
MAERZ 1945 WURDE STADTLOHN
DURCH FLIEGERBOMEBN ZERSTOERT.

AUS DER GROSSEN SCHAR DER TOTEN
BLIEBEN 355, VIELE VON IHNEN OHNE
SARG, IN DIESEM GRABE BEERDIGT.

BETET FUER
IHRE SEELEN!



Blick auf die rechte Seite von dem Massengrab. Rechts befindet sich eine Steinsäule, in der sich hinter einer Klappe das Gräberverzeichnis befindet.


Auf der Klappe in der Steinsäule steht folgendes:

Gräberverzeichnis



Blick auf die linke Seite von dem Massengrab.



Kriegsgräber:


In der Nähe von dem Massengrab befinden sich diese 6 Kriegsgräber auf dem Friedhof am Friedhofsweg in Stadtlohn Postleitzahl 48703.


Auf den 6 Grabsteinen steht von links nach rechts folgendes:

STEFAN
UMANCIW
5.1.22 - 10.2.45

UNBEKANNTER
RUSSISCHER
SOLDAT

UNBEKANNTER
RUSSISCHER
SOLDAT

JOSEF NOLTE
24.4.93 - 10.12.44

GEORG
ZWILLING
21.9.92 - 5.11.44

GUSTAV HEUBES
GEST. 26.2.45



Deutsches Soldatengrab:


Dieses deutsche Soldatengrab befindet sich in der Nähe von dem Massengrab auf dem Friedhof am Friedhofsweg in Stadtlohn Postleitzahl 48703.


Auf dem Grabstein steht folgendes:

GERHARD IMPING
OBERGEFREITER
LEGION CONDOR
GEB. 12.  9.  1915
GEF. 7.  2.  1939
IN SPANIEN

ICH KANNTE NUR DER STUND GEBOT MEINE WAFFE WAR DER TOD



Bild von der Informationstafel, die bei dem deutschen Soldatengrab steht.


Auf der Informationstafel steht folgendes:

INFORMATIONEN ZUM GRABMAL VON GERHARD IMPING

Gerhard Imping wurde am 12. September 1915 in Vreden geboren und
wuchs in Stadtlohn auf. Im Oktober 1936 wurde er zum Wehrdienst
eingezogen und als Wehrmachtsangehöriger Mitglied der Legion Condor.
Mit dieser aus deutschen "Feiwilligen" gebildeten Einheit unterstützte
Adolf Hitler den putschenden General Francisco Franco in dessen Kampf
gegen die spanische Republik. Im Jahre 1938 geriet der Obergefreite Gerhard
Imping, der als Fahrer im Führungsstab der Legion Condor tätig war, in
Kriegsgefangenschaft und wurde kurz vor Ende des Spanischen Bürgerkrieges
am 7. Februar 1939 beim Rückzug der Republikaner erschossen.

Das Begräbnis in Stadtlohn am 8. Mai 1939 wurde von den Nationalsozialisten
propagandistisch ausgestaltet und der Tod Gerhard Impings als "heldisches
Soldatenschicksal" verherrlicht. Ein Zeitungsbericht bezeichnete ihn als "treuen
Gefolgsmann des Führers", der "opfer- und einsatzbereit" seine "pflicht für Volk
und Vaterland" getan habe. Mit dieser Inzenierung wurde die Bevölkerung bereits
auf die Opfer eingestimmt, die der Zweite Weltkrieg, der keine vier Monate
später von der deutschen Reichsregierung durch den Überfall auf Polen begonnen
wurde, von ihr fordern würde. Das aufwändige Grabmal befindet sich nur wenige
Meter von der Sammelgrabanlage entfernt, die im Jahre 1951 für die 296
Stadtlohner Opfer des Bombenkrieges errichtet wurde.




Ruhet in Frieden
 
  Insgesamt: 107853 Besucher