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  Atlantikwall (Breskens)
 
Atlantikwall Stützpunktgruppe Breskens:

Der Ort Breskens liegt an der Westerschelde im niederländischen Zeeuws-Vlaanderen gegenüber von Vlissingen und war Teil des Atlantikwalls. In und um Breskens wurden im 2. Weltkrieg viele verschiedene Stützpunkte (Stp.) und Widerstandsnester (W.N.) gebaut. Alle zusammen ergaben die Stützpunktgruppe Breskens (Stp.G. Breskens).

Die Stp.G. Breskens bestand aus folgenden Stp. und W.N.:

Stp. Hendrik W.N. I
Stp. Hendrik W.N. II
Stp. Eisbär
Stp. Südbatterie
Stp. Blücher-West
Stp. Blücher-Ost
W.N. Mittel Mole
Stp. Süd W.N. I
Stp. Süd W.N. II


Stp. Hendrik:

Der Stp. Hendrik lag westlich von Breskens, wo früher das französische Fort Frederik Hendrik sich befand. Deshalb wurde der Stützpunkt Hendrik benannt. Der Stützpunkt wurde in Stp. Hendrik W.N. I und in Stp. Hendrik W.N. II unterteilt. Stp. Hendrik W.N. I befand sich in den Resten von Fort Frederik Hendrik und umschloss den Stp. Eisbär. Stp. Hendrik W.N. II befand sich südwestlich vom Fort zwischen Stp. Hendrik W.N. II und Stp. Süd W.N. I.


Folgende Regelbau Bunker wurden im Stp. Hendrik W.N. I gebaut:

2x Typ 112neu Stand mit 6-Schartenturm
1x Typ 194 Wasserversorgungsstand 20 cbm
2x Typ 607 Munitionsunterstand II
1x Typ 607S Verwundetesammelstelle
1x Typ 630 M.G.-Schartenstand

Alle Bunker wurden abgerissen bis auf ein Bunker vom Typ 112neu.


Bild von dem Regelbaubunker vom Typ 112neu. Dieser befindet sich auf einem Campingplatz und der Eingang ist zugemauert.


Bild vom zugemauerten Eingang und von der Eingangsverteidigung.


Bild von der Rückseite vom Bunker.


Bild vom 6-Schartenturm Typ 20P7.


Folgende Regelbaubunker wurden im Stp. Hendrik W.N. II gebaut:

2x Typ 630 M.G.-Schartenstand

Ein Bunker wurde davon abgerissen. Von den anderen Bunker leider noch kein Foto von vorhanden.


Stp. Eisbär:

Der Stp. Eisbär bestand aus der Marine Küsten Batterie Breskens und befand sich auf der Höhe vom französischen Fort Frederik Hendrik umschlossen vom Stp. Hendrik W.N. I. Die Hauptbewaffnung bestand aus 4 englischen 7,62 cm Mounting Kanonen mit einer Reichweite von 10 km. Des Weiteren 2 englische 2 cm Flak (Flugabwehrkanonen) Oerlikon und 1 x 60 cm Suchscheinwerfer und 1 x 110 cm Suchscheinwerfer. Zuletzt war hier die 2./ Marine-Artillerie-Abteilung 203 (2./M.A.A. 203) stationiert.


Folgende Regelbau Bunker wurden im Stp. Eisbär gebaut:

1x Typ Fl246 Munitionsauffüllraum für schwere Flakbatterie
3x Typ 501 Einfacher Gruppenunterstand
2x Typ 502 Doppelgruppenunterstand
1x Typ 612 Schartenstand für Lande- u. Sturmabwehrgeschütze ohne Nebenräume 60°
4x Typ 671SK Schartenstand für Geschütze auf mittlere Sockellafette (120°) ohne Nebenräume

Alle Bunker wurden abgerissen.


Stp. Südbatterie:

Der Stp. Südbatterie befand sich westlich von Breskens zwischen dem Stp. Hendrik W.N. I und dem Stp. Blücher-West. In dem Stp. Südbatterie befand sich die Marineflakbatterie Süd (von Vlissingen) mit vier 10,5 cm Flugabwehrkanonen vom Typ S.K. C/32 und zwei 2 cm Flak (Flugabwehrkanonen) und eine 2 cm Flakvierling. Die vier Flugabwehrkanonen vom Typ S.K. C/32 waren in 4 verstärkten feldmäßigen offenen Geschützstellungen vom Typ FL 14 aufgestellt. Die Kanonen wurden durch eine Kuppel geschützt. Hier wurden auch andere verstärkte feldmäßige Bauwerke gebaut aber kein Regelbau Bunker. Des Weiteren befand sich hier ein Funkmessortungsgerät (Fu.M.O.) 211 Würzburg A (Flakzielgerät) mit dem Decknamen Sophie und ein Funkmessortungsgerät (Fu.M.O.) 311 Freiburg I (Flugmeldegerät) mit dem Decknamen Tiger. Stationiert war hier zuletzt die 5./ Marine Flak Abteilung 810.


Vom Stp. Südbatterie ist nichts mehr vorhanden.


Stp. Blücher-West:

Der Stp. Blücher-West befand sich am westlichen Hafengebiet von Breskens zwischen dem Stp. Südbatterie und dem W.N. Mittel Mole.


Folgende Regelbau Bunker wurden im Stp. Blücher-West gebaut:

1x Typ 134 Munitionsunterstand I
1x Typ 194 Wasserversorgungsstand 20 cbm
4x Typ 501 Einfacher Gruppenunterstand
2x Typ 607 Munitionsunterstand II
1x Typ 612 Schartenstand für Lande- u. Sturmabwehrgeschütze ohne Nebenräume 60°
1x Typ 613 Artilleriebeobachtungsstand mit Panzerturm
1x Typ 616 Großschaltstelle
1x Typ 617 Nachrichtenstand für Netzknotenpunkte
2x Typ 630 M.G.-Schartenstand
1x Typ 638 Kleiner Sanitätsunterstand
1x Typ 667 Kleinstschartenstand für 5 cm KwK
1x Typ 680 Schartenstand für 7,5 cm Pak 40 ohne Nebenräume
1x Typ Sk (Sonderkonstruktion Variante vom Typ 112neu)

Alle Bunker wurden abgerissen.


Stp. Blücher-Ost:

Der Stp. Blücher-Ost lag am östlichen Rand von Breskens rechts neben dem W.N. Mittel Mole.


Folgende Regelbau Bunker wurden im Stp. Blücher-Ost gebaut:

1x Typ 120 Artilleriebeobachtungsstand
1x Typ 184 Wasserversorgungsstand
2x Typ 630 M.G.-Schartenstand

Alle Bunker wurden abgerissen.


W.N. Mittel Mole:

Das W.N. Mittel Mole befand sich am östlichen Hafengebiet von Breskens zwischen dem Stp. Blücher-West und dem Stp. Blücher-Ost.


Folgende Regelbau Bunker wurden im W.N. Mittel Mole gebaut:

2x Typ 607 Munitionsunterstand II
1x Typ 607S Verwundetesammelstelle
1x Typ 612 Schartenstand für Lande- u. Sturmabwehrgeschütze ohne Nebenräume 60°
2x Typ 630 M.G.-Schartenstand
1x Typ 631 Schartenstand für 4,7 cm Festungspak 36(t)
1x Typ 633 Stand für M 19
1x Typ 634 Stand mit 6-Schartenturm

Alle Bunker wurden abgerissen bis auf den Bunker vom Typ 607S.


Bild von dem Bunker vom Typ 607S. Auf dem Bunker wurde nach dem Krieg ein Haus gebaut.


Stp. Süd:

Der Stp. Süd lag südlich von Breskens und wurde in Stp. Süd W.N. I und in Stp. Süd W.N. II unterteilt. Der Stp. Süd W.N. I lag zwischen dem Stp. Hendrik W.N. II und dem Stp. Süd W.N. II. Der Stp. Süd W.N. II lag zwischen dem Stp. Süd W.N. I und dem Stp. W.N. Mittel Mole.


Folgende Regelbau Bunker wurden im Stp. Süd W.N. I gebaut:

1x Typ 112neu Stand mit 6-Schartenturm
1x Typ 197 Wasserversorgungsstand 40 cbm
4x Typ 607 Munitionsunterstand II
4x Typ 630 M.G.-Schartenstand
1x Typ 633 Stand für M 19
1x Typ 642 Schartenstand für 4,7 Festungspak 36(t) und M.G.

Davon sind noch 1x Typ 112neu, 2x Typ 630 und 1x Typ 642 erhalten. Alle anderen Bunker wurden abgerissen.


Bild von dem Bunker vom Typ 112neu. Der Bunker befindet sich an einem Privatweg und ist teilweise mit Erde bedeckt. Der 6-Schartenturm wurde nach dem Krieg demontiert.


Weiteres Bild von dem Bunker vom Typ 112neu.


Bild von dem Bunker vom Typ 630. Die Schießscharte wurde zugemauert. Der Bunker befindet sich an einem Privatweg und ist verschlossen.


Bild von der Rückseite von dem Bunker vom Typ 630.


Rechts ist die zugemauerte Schießscharte erkennbar und links befindet sich der Eingang.


Bild von dem Eingang, der verschlossen ist.


Bild von einem Tobruk (Offener Beobachtungsstand) für ein Mörser. Der Tobruk befindet sich gegenüber von dem Regelbau Bunker vom Typ 630.


Blick auf den Ringstand.


Weiteres Bild von dem Tobruk.

Von dem anderen noch erhaltenen Bunker vom Typ 630 und dem noch erhaltenen Bunker vom Typ 642 sind noch keine Fotos vorhanden.


Folgende Regelbau Bunker wurden im Stp. Süd W.N. II gebaut:
 
1x Typ 607 Munitionsunterstand II
1x Typ 625 Schartenstand für 7,5 cm Pak 40
4x Typ 630 M.G.-Schartenstand

Alle Bunker wurden abgerissen bis auf ein Bunker vom Typ 630.


Bild von dem Bunker vom Typ 630. Der Bunker befindet sich auf einem Privatgrundstück.


Links befindet sich die Schießscharte und rechts die Eingangsverteidigung.


Blick auf die Eingangsverteidigung. An dem Bunker sind von Außen noch Spuren von Kampfhandlungen erkennbar.


Blick auf die Schießscharte.


Bild von der Rückseite von dem Bunker vom Typ 630.
 
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